Aubergine- ganz achtsam!

Aubergine

Die Aubergine ist ein erstaunliches Gemüse.

Die dunkle Farbe und – wenn Ihr eine frische Aubergine bekommt- die äußerst glatte Schale laden mich immer dazu ein einmal sanft darüber zu streichen.

Meistens bewundere ich im Anschluß die Form, bevor ich mit dem Messer beginne Scheiben zu schneiden. Die Schale ist relativ fest, das erwartet man nicht unbedingt.

Die aufgeschnittene Aubergine riecht, so finde ich, nicht gerade sehr aromatisch.

Versucht bitte nicht gleich mal reinzubeißen, roh ist die Aubergine nicht sehr bekömmlich. Besonders nicht ganz reife Auberginen enthalten ähnlich wie Kartoffeln Solanin, eine schwach giftige Substanz. Sie kann Unwohlsein hervorrufen.

Besser wird es, wenn Ihr die Aubergine zu Scheiben schneidet und mit Salz bestreut. Wartet ein paar Minuten und beobachtet dabei, wie sich kleine Wassertröpfchen auf den Auberginen-Scheiben bilden. Das macht das Salz. Es entzieht der Aubergine Wasser, woraus die Aubergine zu 93% besteht. Deshalb ist sie so kalorienarm.

Nun nehmt eine Pfanne, völlig ohne Öl, und erhitzt sie auf dem Herd. Legt die Auberginenscheiben hinein und röstet sie. Versucht dabei den Geruch wahrzunehmen, der sich bildet- ganz langsam.
Wenn ihr das ein paar mal gemacht habt, dann werdet Ihr bereits am Geruch erkennen können, wann die Aubergine genug geröstet ist. Macht das von beiden Seiten und betrachtet genau, wie sich die Aubergine beim Rösten verändert.

Was geschieht mit der vormals so glatten Schale, wie verändert sich das Fruchtfleisch?

Legt die Aubergine ganz behutsam auf den Teller und beträufelt sie mit etwas Olivenöl, vielleicht etwas Meersalz, Pfeffer und wer mag auch Knoblauch.

Nehmt noch einmal den Geruch des fertigen Gerichts wahr?
Woran denkt Ihr jetzt? Woran erinnert Euch der Geruch?
Vielleicht den letzten Urlaub in Italien?

Nun nehmt Besteck zur Hand und schneidet ganz vorsichtig eine Auberginenschale an. Wie hat sich die Konsistenz der gerösteten Aubergine zu der rohen Aubergine verändert? Wie fühlt es sich jetzt an, wenn Du sie mit dem Messer anschneidest?

Nimm den stärker werdenden Geruch wahr, während du das Auberginenstück langsam zum Mund führst. Riechst du wieder den Knoblauch?

Wenn Du die Aubergine im Mund hast, lass Dir einen Moment Zeit zu erfühlen, wie sie sich auf der Zunge anfühlt. Nun kannst Du langsam beginnen zu kauen und jede einzelne Nuance des Aromas zu schmecken.

Wie schmeckt sie? Salzig, erdig, leicht scharf durch den Knoblauch? Würzig?

Nun schluck sie herunter und fühle Ihr noch etwas nach, bevor Du Dich an den nächsten Bissen machst.

Beim Schreiben dieser Zeilen konnte ich die Aubergine nahezu noch einmal schmecken, ja sogar riechen.

Wie wäre es jeder Mahlzeit- jeden Tag- ein wenig dieser Aufmerksamkeit zu schenken?

Inspiration zur Aubergine

Nebenbei bemerkt, die Aubergine ist auch gesund und recht vielfältig in der Zubereitung.

Hier ein bisschen Inspiration, was Ihr mit der Aubergine anfangen könnt.

Titelbild: Designed by Freepik

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